Was machen eigentlich eine Auszubildende zur Pflegefachfrau und eine Auszubildende zur Altenpflegefachkraft?

Was machen eigentlich eine Auszubildende zur Pflegefachfrau und eine Auszubildende zur Altenpflegefachkraft?

Das sechste Gespräch der PNP-Interviewreihe „Was macht eigentlich ein(e)…?“ besteht aus einem Doppelinterview. Im ersten Teil erzählt Frau Rosi Müller (rechts im Bild) von Ihrem Alltag als Auszubildende zur Pflegefachfrau.

Rosi Müller
Mein Name ist Rosi Müller, ich bin 52 Jahre alt und arbeite als Auszubildende zur Pflegefachfrau in der BRK Sozialstation Pfarrkirchen. Ich bin im zweiten Ausbildungsjahr. Vor kurzem haben wir unsere Zwischenprüfung abgelegt

Mein Tagesablauf
05:45 Uhr: Dienstbeginn auf der Station. Ich bereite meine Arbeitsmaterialien, z.B. Schlüssel, Blutdruck- und Blutzuckermessgerät, Verbandsmaterial etc. vor. Ich lese das Übergabebuch in dem wichtige Informationen zu meiner Tour stehen. Zusätzlich bespreche ich mit der Fachkraft, mit der ich an diesem Tag eingeteilt bin, den bevorsthenden Tag. Je nach gebuchter Leistung führe ich grundpflegerische oder behandlungspflegerische Maßnahmen bei den einzelnen Klienten durch. Meine Tour besteht aus ca. zehn bis zwölf Patienten. Manche von ihnen werden auch öfter am Tag besucht.
12:00 Uhr: Die Mittagspause mache ich mit meinen Kolleginnen auf der Station.
Im Anschluss bleibe ich für Büroarbeiten und Dokumentation bis zu meinem Dienstende gegen 14 Uhr auf der Station. Häufig sind noch Arztbesuche um Verordnungen und Rezepte abzuholen, oder Arbeitsaufträge für die Schule zu erledigen.

Besonders an der Arbeit gefällt mir, zum einen, dass wir jeden Monat eine interessante Fortbildung haben und dass wir einen Übungsraum für Azubis haben, in dem wir fachpraktische Themen, wie z.B Katheterisieren, Verbände oder Infusionen legen üben können.
Außerdem, finde ich an der Arbeit toll, dass wir ein großes und nettes Team sind und natürlich besonders, wenn sich die Klienten nach meinen Schulblöcken immer freuen, mich wiederzusehen.

Wussten Sie eigentlich, dass ich zuvor bereits 15 Jahre als Pflegehelferin im ambulanten Pflegedienst tätig war und nun die Ausbildung zur Pflegefachfrau absolviere? Nach der Ausbildung kann man sich dann entscheiden, in welchem Bereich man arbeiten möchte. Mein Herz schlägt zum Beispiel für die Sozialstation.

 

Im zweiten Teil des Doppelinterviews erzählt Frau Mariela Pérez Freier (links im Bild) von ihrer Arbeit als Auszubildende zur Altenpflegefachkraft.

Mariela Pérez Freier
Mein Name ist Mariela Pérez Freier, ich bin 48 Jahre alt und arbeite als (noch) Auszubildende in der BRK Sozialstation Pfarrkirchen. Ich habe gerade mein Examen zur Altenpflegefachkraft abgelegt.

Mein Tagesablauf
05:45 Uhr: Ich beginne meine Arbeit mit dem Blick in das Übergabebuch, in dem alle relevanten Informationen über meine Tour und Klienten stehen. Danach suche ich mir benötigte Hausschlüssel und packe meine Arbeitsmaterialien für die Tour.
Um 06:00 Uhr fahre ich die ersten Patienten an. Meine Aufgaben sind neben der Grundpflege auch Behandlungspflege z.B. Kompressionstrümpfe anziehen, Blutzucker messen oder Insulin spritzen. Zwischenzeitlich sind oftmals Artzbesuche oder Apothekengänge zu erledigen. Manchmal begleite ich Klienten zu Arztterminen.
13:00 Uhr: Nach der Tour bin ich wieder auf der Station und richte z.B. Medikamente her, übergebe wichtige Informationen an die Kolleg*innen und führe die Dokumentation.

Besonders an der Arbeit gefällt mir, dass ich die die Klienten dabei unterstützen kann, ihren Alltag zu Hause zu bewältigen und sie sich jedes Mal freuen, wenn ich zu ihnen komme. Ich selbst habe während der Ausbildung auch sehr viel für meine eigene Gesunderhaltung gelernt.

Wussten Sie eigentlich, dass man sich als Altenpflegerin weiterqualifizieren und sogar Gesundheitswissenschaften studieren kann? Ich habe mir zuerst nicht zugetraut, eine dreijährige Ausbildung zu machen, aber habe festgestellt, dass Lernen in meinem Alter immer noch gut funktioniert und es spannend und schön war, neue Themen zu lernen. Jede einzelne Stunde des Theorieunterrichts konnte ich im Praxiseinsatz mit Unterstützung der Praxisanleiterinnen und Kolleginnen umsetzen, von Anatomie bis hin zu den Aufgaben des medizinischen Dienstes. Wussten Sie zudem, dass viele ältere Menschen gerne unsere technische Unterstützung z.B. bei Handy oder Alexa in Anspruch nehmen? Wussten Sie, dass ein Ziel der Altenpfleger/innen die Aktivierung und Erhaltung der eigenen Ressourcen von Pflegebedürftigen ist, um ihre Selbstständigkeit zu fördern?

 

Bild: Auf Initiative von Sophia Freudenstein konnte ein weiterer Arbeitskreis mit Gesundheitsdienstleistern aus der Region gegründet werden. Zu Arbeitsgesprächen haben sich bereits zum dritten Mal die Mitglieder Dr. Stephanie Vogt (Pflegedirektorin der Rottal-Inn Kliniken), Christian Eder (stv. Schulleiter KWA), Bettina Plettl (Inhaberin der MediVital Sozialstation Bad Birnbach), Katrin Seiler (Vorständin Kreiscaritasverband Rottal-Inn), Herbert Wiedemann (Kreisgeschäftsführer BRK Rottal-Inn), Michael Schwartz (Pichlmayr Wohn- und Pflegeheime), Kerstin Tremmel (Praxiskoordinatorin Generalistische Pflegeausbildung) und Dr. Anton Wartner (Sprecher des Hausärztekreises Rottal-Inn) an einen Tisch gesetzt.