Was macht eigentlich eine Altenpflegehelferin?

Im 12. Gespräch der PNP-Interviewreihe „Was macht eigentlich ein(e)…?“ erzählt Frau Natascha Richter von ihrem Alltag als Altenpflegehelferin.

Natascha Richter
Mein Name ist Natascha Richter, ich bin 28 Jahre alt, alleinerziehend und arbeite als Altenpflegehelferin in der MediVital Sozialstation GmbH in Bad Birnbach.

Mein Tagesablauf
Um 08:00 Uhr beginne ich mit meiner „Mama-Tour“ im Büro der Sozialstation. Die „Mama-Tour“ beginnt nicht um 06:00 Uhr früh, wie alle anderen Touren, sondern erst um 08:00 Uhr. So kann ich vor Dienstantritt meinen Sohn noch in den Kindergarten bringen. Bevor ich zu meinem ersten Patienten fahre, überprüfe ich auf meinem Tourenhandy, ob es wichtige Informationen gibt, z.B. ob ein Patient ins Krankenhaus gekommen ist oder postiv auf Corona getestet worden ist. Dann fahre ich von Haus zu Haus, wie es der Tourenplan vorgibt.
Je nach individuell vereinbarten Leistungen führe ich bei den Patienten pflegerische Maßnahmen durch wie z.B. Unterstützung bei der Körperpflege, Blutzuckermessen, Insulininjektionen, Medikamentenabgabe und Medikamente richten. Ich unterstütze meine Patienten wo sie gerade Hilfe benötigen. Gelegentlich fahre ich auch zu den Hausärzten, v.a. wenn die Patienten selbst keine Möglichkeit haben Rezepte oder Verordnungen zu holen. Apothekengänge gehören ebenfalls dazu. All dies wird auf dem Tourenhandy dokumentiert. Dies ist sehr wichtig, denn wenn ich meinen Dienst nicht fahren kann, beispielsweise wenn mein Sohn krank ist, können die Kollegen die Einspringen im Übergabebuch lesen, was es Wichtiges zu beachten gibt.
Um ca. 10:00 Uhr fahre ich ins Büro zum Corona-Schnelltest, bevor ich zu den nächsten Patienten fahre.
12:30 Uhr Rückfahrt zur Station. Jetzt erledige ich noch Aufgaben wie z.B. Blutzuckermessgerät testen, Pflegetasche auffüllen oder Patientenschlüssel in den Schlüsselkasten stecken. Auch Dokumente die ich besorgt habe gebe ich im Büro ab.

Besonders an der Arbeit gefällt mir, dass ich Menschen helfen kann. Es gibt mir ein gutes Gefühl ihnen zuzuhören, mit ihnen zu reden, gemeinsam mit ihnen zu lachen und etwas in meine Zukunft mitzunehmen. Ich liebe meinen Beruf und würde niemals tauschen wollen!
Arbeit mit älteren Menschen ist für mich Arbeit die unter die Haut geht. Hier ist kein Tag wie der andere, denn hinter jedem Gesicht steckt eine unglaubliche, individuelle Geschichte. Manchmal reagieren neue Patienten erstmals ablehnend. Dann ist es umso wichtiger, sich voll und ganz auf diese Person mit all ihren Stärken, Eigenheiten und Ängsten einzulassen. Am Ende ist es für mich wichtig, dass der Patient zufrieden ist und für ihn ein schöner Moment dabei war, der ihn lächeln ließ.

Wussten Sie eigentlich, dass man als Altenpflegehelferin einen Beruf hat, der in unserer Gesellschaft immer mehr gebraucht wird? Es gibt zunehmend ältere Menschen die Hilfe benötigen – jetzt und in der Zukunft! Außerdem ist dieser Beruf sehr vielseitig, mit vielen Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Das wird in meinen Augen oft unterschätzt.

Um den Beruf Altenpflegehelfer/-in zu erlernen muss man die Ausbildung zum Pflegefachhelfer bzw. zur Pflegefachhelferin absolvieren.

Bild: Auf Initiative von Sophia Freudenstein konnte ein weiterer Arbeitskreis mit Gesundheitsdienstleistern aus der Region gegründet werden. Zu Arbeitsgesprächen haben sich bereits zum dritten Mal die Mitglieder Dr. Stephanie Vogt (Pflegedirektorin der Rottal-Inn Kliniken), Christian Eder (stv. Schulleiter KWA), Bettina Plettl (Inhaberin der MediVital Sozialstation Bad Birnbach), Katrin Seiler (Vorständin Kreiscaritasverband Rottal-Inn), Herbert Wiedemann (Kreisgeschäftsführer BRK Rottal-Inn), Michael Schwartz (Pichlmayr Wohn- und Pflegeheime), Kerstin Tremmel (Praxiskoordinatorin Generalistische Pflegeausbildung) und Dr. Anton Wartner (Sprecher des Hausärztekreises Rottal-Inn) an einen Tisch gesetzt.