Was macht eigentlich eine Betreuungsfachkraft?

Was macht eigentlich eine Betreuungsfachkraft?

Im achten Gespräch der PNP-Interviewreihe „Was macht eigentlich ein(e)…?“ erzählt Frau Gabi Meier (mittig im Bild) von ihrem Alltag als Betreuungsfachkraft.

Gabi Meier
Mein Name ist Gabi Meier, ich bin 59 Jahre und arbeite als Betreuungsfachkraft in der MediVital Tagespflege.

Mein Tagesablauf
Um 9.15 komme ich in die Tagespflege und begrüße die bereits anwesenden Tagespflegegäste mit einem fröhlichen „Guten Morgen“. Ich erkundige mich bei meinen Kolleginnen über eventuelle Besonderheiten der Gäste, die es zu beachten gibt.
Um 9.30 beginnt mein Arbeitstag dann mit dem täglichen Vorlesen der PNP.
10.15: Ich versuche die Gäste mit einem täglich wechselnden Beschäftigungsangebot wie z.B.: Gedächtnisübungen, Tast- oder Sinnspiele, singen, Feinmotorikübungen, Gottesdienst etc. zu aktivieren und zum Mitmachen zu animieren.
11.20: Anschließend helfe ich meinen Kolleginnen bei den Vorbereitungen zum Mittagessen, Getränke ausschenken und – wenn gewünscht – Kleiderschutz anzuziehen.
12.00: Nach dem Austeilen und wieder Abräumen des Essens beginnt die Mittagsruhe. Während die Senioren ihre Ruheplätze aufsuchen kümmere ich mich um saubere Tische.
12.15: Mittagspause für mich und meine Kolleginnen.
13.15: Nun treffe ich Vorbereitungen für das Nachmittagsbetreuungsangebot.
13.30: Wenn die Tagesgäste ausgeruht zurückkommen, versorge ich sie mit frischen Getränken. Dann wird ein täglich wechselndes Programm geboten, welches z.B. aus rätseln, kegeln, Sitzfußball, malen, Schwungtuch, u.v.m. besteht.
14.30: Nachmittags helfe ich meinen Kolleginnen dabei, die Gäste mit Kaffee und Kuchen zu verwöhnen. Danach sitze ich gemeinsam mit ihnen bei Tisch und führe Gespräche mit ihnen bzw. lasse sie erzählen. Zwischendurch dokumentiere ich den Tag der einzelnen Gäste. Wichtig ist dabei vor allem über deren Tagesverfassung im Bild zu sein.
15.20: Ab diesem Zeitpunkt werden die Tagesgäste von unseren Fahrern zur Heimreise abgeholt. Selbstverständlich helfe ich auch hier, dass Rollator- und Rollstuhlfahrer sicher zum Bus kommen.
16.30: Vor Dienstschluss räume ich noch die Gläser ab und desinfiziere Tische und Stühle.

Besonders an der Arbeit gefällt mir: Für mich gibt es nichts Schöneres als mit Menschen zu arbeiten. Mein Beruf gibt mir täglich das Gefühl der Anerkennung, Wertschätzung und Zufriedenheit. Ich bin glücklich, wenn ich nach einem Händedruck oder lieben Wort den Senioren ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann. Zudem bereitet es mir große Freude den Alltag der Gäste mit meiner Arbeit etwas fröhlicher und bunter machen zu können. Es geht ums Miteinander und ums Füreinander.

Wussten Sie eigentlich, dass man als Betreuungsfachkraft nicht nur in zahlreichen verschiedenen Einrichtungen arbeiten kann, sondern sich auch selbstständig machen kann?
Und wussten Sie außerdem, dass der Beruf der Betreuungsfachkraft ein in Deutschland anerkannter Job ist, bei welchem man seine Fähigkeiten und Kreativität voll einbringen kann? Mitbringen sollte man dafür viel Empathie, eine gute Wahrnehmungsfähigkeit und ganz wichtig eine positive Haltung gegenüber kranken, behinderten und alten Menschen.

Bild: Auf Initiative von Sophia Freudenstein konnte ein weiterer Arbeitskreis mit Gesundheitsdienstleistern aus der Region gegründet werden. Zu Arbeitsgesprächen haben sich bereits zum dritten Mal die Mitglieder Dr. Stephanie Vogt (Pflegedirektorin der Rottal-Inn Kliniken), Christian Eder (stv. Schulleiter KWA), Bettina Plettl (Inhaberin der MediVital Sozialstation Bad Birnbach), Katrin Seiler (Vorständin Kreiscaritasverband Rottal-Inn), Herbert Wiedemann (Kreisgeschäftsführer BRK Rottal-Inn), Michael Schwartz (Pichlmayr Wohn- und Pflegeheime), Kerstin Tremmel (Praxiskoordinatorin Generalistische Pflegeausbildung) und Dr. Anton Wartner (Sprecher des Hausärztekreises Rottal-Inn) an einen Tisch gesetzt.